Wie viel Miete kann ich mir leisten?
Die 30-%-Regel, kalt oder warm, eine Beispielrechnung nach Einkommen — und ein ehrlicher Blick darauf, wo die Faustregel an echten Mietdaten scheitert.
Von David Jurinka · Veröffentlicht am 27.05.2026 · Zuletzt aktualisiert am 16.06.2026
Die 30-%-Regel in Kürze
Als Faustregel sollte deine Warmmiete höchstens rund 30 % deines monatlichen Nettoeinkommensausmachen. Bei 2.000 € netto sind das etwa 600 €, bei 3.000 € rund 900 € warm. Entscheidend ist die Warmmiete inklusive Nebenkosten — nicht die nackte Kaltmiete.
Die 30-%-Regel ist ein guter Startpunkt, aber kein Naturgesetz. In teuren Städten lässt sie sich kaum halten — und je nach Lebenssituation ist auch mehr oder weniger sinnvoll. Diese Seite zeigt dir die Regel, eine konkrete Rechnung und was die Realität daraus macht.
Die Miete-Gehalt-Faustregel: 30 % vom Netto
Die bekannteste Orientierung lautet: Nicht mehr als 30 % des Nettoeinkommens für die Miete. Der Gedanke dahinter ist einfach — bleibt das Wohnen unter dieser Schwelle, hast du genug Spielraum für Lebenshaltung, Sparen und Unerwartetes. Wird die Miete teurer, wird der Rest des Monats schnell knapp.
Die Regel ist aber bewusst grob. Sinnvoll ist es, sie an deine Situation anzupassen: Wer ein hohes Einkommen hat, kann auch mit 35 % gut leben, weil absolut genug übrig bleibt. Wer wenig verdient, sollte eher unter 30 % bleiben, weil die Fixkosten des Alltags überproportional ins Gewicht fallen.
Kaltmiete vs. Warmmiete — worauf die Regel zählt
Der häufigste Fehler bei der Rechnung: nur die Kaltmiete zu betrachten. Die 30-%-Regel meint die Warmmiete. Kurz der Unterschied:
- Kaltmiete: die reine Miete für die Wohnung, ohne alle Nebenkosten.
- Nebenkosten (Betriebskosten): Heizung, Wasser, Müll, Hausreinigung etc. als Vorauszahlung.
- Warmmiete: Kaltmiete + Nebenkosten — der Betrag, der monatlich tatsächlich abgeht.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass gerade die Heiz- und Warmwasserkosten ein erheblicher, schwankender Posten sind — und Nachzahlungen empfindlich ausfallen können. Plane deshalb mit der Warmmiete und kalkuliere bei den Nebenkosten lieber etwas Puffer ein. Hintergründe dazu liefert die Verbraucherzentrale zu Betriebs- und Heizkosten. Strom und Internet kommen übrigens noch obendrauf — sie sind nicht Teil der Warmmiete.
Beispielrechnung nach Einkommen
So viel Warmmiete erlaubt die 30-%-Regel bei verschiedenen Nettoeinkommen:
| Netto pro Monat | 30 % = max. Warmmiete | 35 % (oberes Limit) |
|---|---|---|
| 1.800 € | 540 € | 630 € |
| 2.500 € | 750 € | 875 € |
| 3.500 € | 1.050 € | 1.225 € |
| 4.500 € | 1.350 € | 1.575 € |
Bei zwei Einkommen zählt das gemeinsame Haushaltsnetto. Wichtig: Das ist die Obergrenze, nicht das Ziel — wer darunter bleibt, gewinnt finanzielle Luft.
Realität vs. Faustregel: wo 30 % nicht mehr reichen
Die unbequeme Wahrheit: In teuren Städten ist die 30-%-Regel für viele kaum noch zu halten. Die folgende Rechnung zeigt, welches Nettoeinkommen eine durchschnittliche 70-m²-Wohnung nach der Regel eigentlich verlangt — auf Basis der von Wohnticker erfassten Angebotsmieten:
| Stadt | Ø Kaltmiete €/m² | 70 m² Kaltmiete | Nötiges Netto (30 %)* |
|---|---|---|---|
| Hagen | 7,74 € | ≈ 542 € | ≈ 1.810 € |
| Dortmund | 10,00 € | ≈ 700 € | ≈ 2.330 € |
| Essen | 10,59 € | ≈ 741 € | ≈ 2.470 € |
| Köln | 16,59 € | ≈ 1.161 € | ≈ 3.870 € |
| Düsseldorf | 16,67 € | ≈ 1.167 € | ≈ 3.890 € |
Median der Angebots-Kaltmiete aus den von Wohnticker erfassten Inseraten, Februar–Juni 2026 (Kaltmiete, Angebots- nicht Bestandsmieten). *Vereinfachte Rechnung auf Kaltmiete-Basis; rechnet man die Nebenkosten zur Warmmiete hinzu, liegt das real nötige Einkommen noch höher.
Für eine 70-m²-Wohnung in Köln bräuchte man nach der 30-%-Regel rund 3.870 € netto – allein für die Kaltmiete.In Dortmund reichen dafür etwa 2.330 €. Genau hier zeigt sich: Der größte Hebel ist nicht das Einkommen, sondern wo und wie groß du suchst.
Was tun, wenn die Wunschmiete zu hoch ist?
Wenn die Faustregel an der Realität deiner Stadt scheitert, hast du mehrere Stellschrauben — von der wirksamsten zur kleinsten:
- Lage wechseln: ein günstigerer Stadtteil oder das gut angebundene Umland senkt die Miete oft um Hunderte Euro.
- Kleiner wohnen: Jeder Quadratmeter kostet — eine kompaktere Wohnung spart überproportional.
- Provisionsfrei & Genossenschaft: spart einmalig und dauerhaft.
- WG statt eigener Wohnung: gerade am Anfang der günstigste Weg.
Wie du diese Hebel konkret nutzt, steht im Beitrag Günstige Wohnung finden. Den kompletten roten Faden für die Suche gibt dir unsere Anleitung zur Wohnungssuche. Und damit du die wenigen bezahlbaren Treffer nicht verpasst: Wohnticker durchsucht über 1.500 Makler, Genossenschaften und Hausverwaltungen in NRW, Berlin und Brandenburg gleichzeitig und meldet dir passende Wohnungen, sobald sie erscheinen.
FAQ: Wie viel Miete kann ich mir leisten?
Wie viel Prozent vom Gehalt sollte die Miete sein?
Als Faustregel höchstens etwa 30 % des Nettoeinkommens — gerechnet auf die Warmmiete inklusive Nebenkosten. Bei niedrigem Einkommen ist weniger sinnvoll, bei hohem Einkommen sind auch 35 % gut tragbar.
Zählt die 30-%-Regel für die Kaltmiete oder die Warmmiete?
Für die Warmmiete. Die Kaltmiete allein unterschätzt die tatsächliche Belastung, weil die Nebenkosten für Heizung, Wasser und Müll noch dazukommen. Strom und Internet rechnest du zusätzlich ein, sie gehören nicht zur Warmmiete.
Wie viel Miete bei 2.000 € netto?
Nach der 30-%-Regel etwa 600 € Warmmiete, mit etwas mehr Risiko bis rund 700 € (35 %). Wichtig ist, dass nach Miete, Strom und Internet genug für Lebenshaltung und Rücklagen bleibt.
Was tun, wenn ich mir die Miete in meiner Stadt nicht leisten kann?
Der größte Hebel ist die Lage: ein günstigerer Stadtteil oder das Umland. Danach helfen eine kleinere Wohnung, provisionsfreie Angebote, Genossenschaften und — gerade am Anfang — ein WG-Zimmer.
Über den Autor
David Jurinka ist Gründer von Wohnticker. Aus der eigenen, zermürbenden Wohnungssuche heraus hat er einen Dienst gebaut, der mehrmals täglich über 1.500 Makler, Genossenschaften und Hausverwaltungen in NRW, Berlin und Brandenburg durchsucht. Die Marktdaten in diesem Artikel stammen aus den dabei erfassten Inseraten. Mehr über Wohnticker.
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