Wohnung in anderer Stadt finden — auch aus der Ferne
Umzug in eine fremde Stadt, ohne festen Job oder aus dem Ausland: So mietest du, ohne ständig vor Ort zu sein — und gleichst die Distanz mit der richtigen Strategie aus.
Von David Jurinka · Veröffentlicht am 27.05.2026 · Zuletzt aktualisiert am 16.06.2026
Aus der Ferne mieten in 5 Schritten
- Unterlagen früh komplett vorbereiten (digital, gut lesbar).
- Video-Besichtigung anfragen oder eine Vertrauensperson vor Ort schicken.
- Mit Alerts sofort von neuen Inseraten erfahren — Distanz kostet sonst Tage.
- Niemals Geld zahlen, bevor du die Wohnung (oder dein Vertrauter) gesehen hast.
- Auf kuratierte, nachvollziehbare Quellen setzen statt auf anonyme Schnäppchen.
Aus der Ferne zu mieten ist machbar — du hast nur zwei Nachteile auszugleichen: Du kannst nicht spontan zu jeder Besichtigung, und du bist ein leichteres Ziel für Betrüger, die genau auf ortsabwesende Suchende setzen. Beides lässt sich mit Vorbereitung und Tempo in den Griff bekommen.
Wohnung finden, ohne vor Ort zu sein
Der größte praktische Hebel ist, die Besichtigung zu lösen, ohne jedes Mal anzureisen:
- Video-Besichtigung: Bitte um einen Rundgang per Videoanruf. Seriöse Vermieter, Makler und Hausverwaltungen sind das längst gewohnt — bestehe auf einen Live-Rundgang, nicht nur auf vorab geschickte Videos.
- Vertrauensperson vor Ort: Freunde, Familie oder Bekannte können die Wohnung stellvertretend ansehen und dir einen ehrlichen Eindruck geben.
- Anreise bündeln: Lege ein, zwei Besichtigungstage fest und versuche, mehrere Termine zu bündeln, statt für jede Wohnung einzeln zu fahren.
Halte deine Bewerbermappe von Anfang an komplett und digital bereit, damit du sofort reagieren kannst. Welche Unterlagen dazugehören, steht in unserer Anleitung zur Wohnungssuche. Wichtig: Schick sensible Dokumente (Gehaltsnachweis, Ausweis) erst, wenn ernsthaftes Interesse besteht und der Anbieter nachvollziehbar ist — nicht ungefragt an jedes Inserat.
Ohne Job oder Wohnsitz mieten — was Vermieter akzeptieren
Kein Arbeitsvertrag in der neuen Stadt? Das ist häufiger als gedacht und kein Ausschluss. Vermieter wollen vor allem Sicherheit, dass die Miete kommt. Diese Nachweise helfen als Ersatz:
- Zusage oder Arbeitsvertrag am neuen Ort, auch wenn der Start erst bevorsteht.
- Bürgschaft der Eltern oder einer solventen Person.
- Erspartes oder Nachweis regelmäßiger Einkünfte (Selbstständigkeit, Rente, Unterhalt).
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters.
Falls deine Bonität nicht makellos ist oder noch keine deutsche Schufa existiert, hilft der Beitrag Wohnung finden trotz Schufa — dort steht auch, wie du fehlende Nachweise durch Bürgschaft und Transparenz ausgleichst.
Als Ausländer oder Expat in Deutschland mieten
Wer aus dem Ausland nach Deutschland zieht, stößt auf zwei zusätzliche Hürden: keine deutsche Bonitätshistorie und manchmal die Sprache. So überbrückst du beides:
- Schufa-Ersatz: Da eine deutsche Schufa fehlt, zählen Arbeitsvertrag bzw. Jobzusage, Kontoauszüge, ein Empfehlungsschreiben des bisherigen Vermieters und gegebenenfalls eine Bürgschaft.
- Sprache: Eine freundliche Anfrage auf Deutsch (oder zweisprachig) wirkt verbindlich. Viele Makler und größere Hausverwaltungen kommunizieren auch auf Englisch.
- Unterlagen vorbereiten: Halte Ausweis/Pass, Einkommensnachweise und – falls vorhanden – Referenzen als saubere PDFs bereit, aber gib sie erst bei seriösem Kontakt heraus.
- Zwischenlösung einplanen: Oft ist es leichter, zunächst befristet oder möbliert anzumieten und die unbefristete Wohnung dann von Deutschland aus zu suchen.
Tempo schlägt Distanz — warum Schnelligkeit zählt
Der unterschätzte Nachteil der Fernsuche ist Zeit. Wer nicht vor Ort wohnt, erfährt von Wohnungen oft später und reagiert langsamer — und genau das ist fatal. Aus den von Wohnticker erfassten Inseraten sind gute Mietwohnungen in den NRW-Großstädten oft nur wenige Tage online, attraktive Angebote oft schon nach Stunden.
Aus der Ferne musst du diesen Zeitverlust also aktiv ausgleichen: durch sofortige Benachrichtigungen statt manuellem Suchen und eine fertige Anfrage, die du in Minuten abschickst. Wie du das systematisch aufsetzt, zeigen Schnell eine Wohnung finden und Beste Wohnungssuche-App & Portale.
Besonders angespannte Märkte wie Berlin sind aus der Ferne am schwersten — hier entscheidet Geschwindigkeit über alles. Genau dafür gibt es Wohnticker: Wir durchsuchen mehrmals täglich über 1.500 Makler, Genossenschaften und Hausverwaltungen in NRW, Berlin und Brandenburg und melden dir passende Wohnungen sofort, sodass die Distanz keinen Zeitnachteil mehr bedeutet.
Vorsicht vor Fernmiet-Betrug
Ortsabwesende Suchende sind das beliebteste Ziel für Wohnungsbetrug — eben weil eine spontane Besichtigung schwerfällt. Das typische Muster: ein auffällig günstiges Inserat, ein „im Ausland“ befindlicher Vermieter, der die Wohnung nicht zeigen kann, und die Bitte, Kaution oder Miete vorab zu überweisen, „um die Wohnung zu reservieren“ oder den Schlüssel zu schicken.
Die eine Regel, die dich schützt: Zahle niemals etwas, bevor du die Wohnung – oder eine Vertrauensperson für dich – besichtigt und einen unterschriebenen Mietvertrag in der Hand hast. Ein seriöser Anbieter verlangt keine Vorkasse für eine Besichtigung oder „Reservierung“. Setz deshalb auf nachvollziehbare Anbieter (Makler, Genossenschaften, Hausverwaltungen) statt auf anonyme Schnäppchen.
FAQ: Wohnung aus der Ferne finden
Wie finde ich eine Wohnung in einer anderen Stadt, ohne vor Ort zu sein?
Bereite deine Unterlagen digital vor, bitte um Video-Besichtigungen oder schick eine Vertrauensperson vor Ort, und gleiche die Distanz mit Sofort-Benachrichtigungen aus, damit du schnell reagieren kannst. Zahle nie etwas vor einer Besichtigung.
Kann ich eine Wohnung ohne Job oder Wohnsitz mieten?
Ja. Statt eines laufenden Arbeitsvertrags helfen eine Jobzusage am neuen Ort, eine Bürgschaft, Erspartes oder Nachweise regelmäßiger Einkünfte. Wichtig ist, dem Vermieter glaubhaft zu machen, dass die Miete sicher gezahlt wird.
Wie miete ich als Ausländer ohne deutsche Schufa?
Ersetze die fehlende Schufa durch Arbeitsvertrag oder Jobzusage, Kontoauszüge, ein Empfehlungsschreiben des bisherigen Vermieters und gegebenenfalls eine Bürgschaft. Oft ist es leichter, zunächst möbliert oder befristet anzumieten.
Wie erkenne ich Betrug bei der Wohnungssuche aus der Ferne?
Warnzeichen sind ein zu günstiger Preis, ein „im Ausland“ unerreichbarer Vermieter und die Aufforderung zur Vorab-Zahlung vor jeder Besichtigung. Zahle niemals vor Besichtigung und Vertragsunterschrift und nutze nachvollziehbare Anbieter.
Über den Autor
David Jurinka ist Gründer von Wohnticker. Aus der eigenen, zermürbenden Wohnungssuche heraus hat er einen Dienst gebaut, der mehrmals täglich über 1.500 Makler, Genossenschaften und Hausverwaltungen in NRW, Berlin und Brandenburg durchsucht — damit auch wer nicht vor Ort ist, keine Wohnung verpasst. Die Marktdaten in diesem Artikel stammen aus den dabei erfassten Inseraten. Mehr über Wohnticker.
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