Wohnung kaufen in Berlin
Kaufpreise je Bezirk aus echten Makler-Inseraten — inklusive der Neubau-Korrektur, die sonst niemand ausweist.
Von David Jurinka · Veröffentlicht am 17.07.2026 · Datenstand 25.08.2026
Berlin in Zahlen
- Eigentumswohnungen kosten in Berlin im Median 5.790 €/m² — ohne Neubau 5.625 €/m². Die mittleren 50 % liegen zwischen 4.503 und 7.422 €/m².
- Zwischen den Bezirken liegt Faktor 1,7 — im Bestand gerechnet: Friedrichshain-Kreuzberg 6.543 €/m², Spandau 3.789 €/m².
- Vorsicht bei Tempelhof-Schöneberg: Mit Neubau 6.339 €/m², ohne 5.461 €/m² — der Bezirk fällt damit von Rang 2 auf Rang 5. Es sind die laufenden Projekte, nicht das Preisniveau des Bezirks.
- Wir beobachten 254 Makler-Websites mit Berliner Objekten. Dort erscheinen neue Objekte oft, bevor sie auf den Portalen landen.
Alle Zahlen sind Angebotspreise aus den von Wohnticker erfassten Makler-Inseraten, Stand 25. August 2026 — nicht beurkundete Kaufpreise. Mit 15.266 ausgewerteten Inseraten ist Berlin die größte Stichprobe unserer Auswertung.
Die Marktlage in Berlin
Berlin ist längst kein billiges Pflaster mehr, aber auch keine Spitzenlage: Mit 5.790 €/m² liegt die Stadt unter Hamburg (6.562 €/m²) und weit unter München (8.458 €/m²) — dafür rund ein Fünftel über Köln (4.851 €/m²). Häuser kosten in Berlin pro Quadratmeter weniger als Wohnungen (4.645 €/m²), weil das typische inserierte Haus am Stadtrand steht und die typische Wohnung zentral.
Auffällig ist, wie wenig sich dieser Wert bewegt hat: Seit Juli ist unsere Berliner Stichprobe um gut zwei Drittel gewachsen — von 9.021 auf 15.266 ausgewertete Inserate — und der Median hat sich dabei um keine 0,5 % verschoben. Einzelne Bezirkswerte sind sehr wohl gewandert, dazu weiter unten mehr. Die Stadt als Ganzes liegt aber stabil da, wo sie lag.
So verteilen sich die inserierten Berliner Eigentumswohnungen nach Kaufpreis:
| Preissegment | Anteil der Inserate |
|---|---|
| unter 250.000 € | 20,7 % |
| 250.000 – 500.000 € | 41,0 % |
| 500.000 – 750.000 € | 16,9 % |
| über 750.000 € | 21,4 % |
Bemerkenswert ist die Spreizung an den Rändern: Gut ein Fünftel der Angebote liegt unter 250.000 € — und ein fast genauso großer Anteil über 750.000 €. Berlin bedient beide Enden nahezu gleich stark, anders als etwa Köln, wo nur 11,7 % über 750.000 € liegen und der Markt klar in der Mitte sitzt. Das ist kein Mittelklasse-Markt, sondern zwei Märkte in einer Stadt.
Angebotslage: Auf den von Wohnticker beobachteten Makler-Websites mit Berliner Objekten waren zuletzt mindestens 3.302 Eigentumswohnungen und 549 Häuser gleichzeitig ausgeschrieben — bestätigt innerhalb der vergangenen 48 Stunden.
Aus den von Wohnticker erfassten Makler-Inseraten, Stand 25.08.2026. Belegbare Untergrenze, keine Bestandszahl: Der tatsächliche Bestand liegt höher.
Kaufpreise nach Bezirk — mit und ohne Neubau
Bei Berlin reicht eine einzige Spalte nicht. Der Grund ist ein Effekt, den wir in keiner anderen ausgewerteten Stadt in dieser Stärke sehen: Neubau-Projekte verzerren die Bezirkszahlen. Deshalb weisen wir beides aus — den Median über alle Inserate und den Median nur für Bestandswohnungen. Sortiert nach Bestand:
| Bezirk | Bestand €/m² | Alle Inserate | Neubau-Anteil | Inserate |
|---|---|---|---|---|
| Friedrichshain-Kreuzberg | 6.543 € | 6.800 € | 12 % | 1.918 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 6.167 € | 6.275 € | 6 % | 2.393 |
| Pankow | 5.802 € | 5.866 € | 8 % | 1.129 |
| Mitte | 5.793 € | 5.908 € | 6 % | 1.058 |
| Tempelhof-Schöneberg | 5.461 € | 6.339 € | 22 % | 837 |
| Steglitz-Zehlendorf | 4.987 € | 5.048 € | 9 % | 1.106 |
| Neukölln | 4.954 € | 5.000 € | 7 % | 618 |
| Treptow-Köpenick | 4.616 € | 4.780 € | 8 % | 597 |
| Lichtenberg | 4.578 € | 4.979 € | 18 % | 222 |
| Reinickendorf | 4.353 € | 4.364 € | 2 % | 303 |
| Spandau | 3.789 € | 3.800 € | 2 % | 320 |
Tempelhof-Schöneberg ist der Extremfall. Über alle Inserate gerechnet kommt der Bezirk auf 6.339 €/m² und ist damit Berlins zweitteuerster. Zählt man nur Bestandswohnungen, sind es 5.461 €/m² — und der Bezirk fällt auf Rang 5, hinter Pankow und Mitte. Die Differenz von 878 €/m² entsteht, weil dort gerade auffällig viele Neubau-Projekte gleichzeitig vermarktet werden und jede Einheit einzeln inseriert wird. Dass es an den Projekten liegt und nicht am Bezirk, sieht man an der Herkunft der Inserate: Die Angebote über 9.000 €/m² stammen überwiegend von vier Neubau-Vermarktern.
Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern praktisch relevant: Wer eine Bestandswohnung in Schöneberg sucht und die 6.339 € für das Preisniveau hält, verhandelt gegen ein Gespenst — und liegt fast 900 € pro Quadratmeter zu hoch. Umgekehrt gilt: Wenn dich Neubau ausdrücklich interessiert, ist die erste Spalte die für dich passende.
Drei ehrliche Einschränkungen. Erstens streut es auch innerhalb der Bezirke erheblich — in Friedrichshain-Kreuzberg reicht die mittlere Hälfte von 5.560 bis 8.758 €/m². Ein Bezirkswert sagt dir, in welcher Liga du spielst, nicht was ein konkretes Objekt kostet. Zweitens erkennen wir Neubau anhand der Inseratsangaben; Objekte, die es nicht ausschreiben, zählen bei uns als Bestand. Der ausgewiesene Neubau-Anteil ist damit eine Untergrenze — und die Bestands-Spalte eher noch etwas zu hoch als zu niedrig. Drittens sind Bezirkswerte deutlich beweglicher als der Stadtwert: Für Tempelhof-Schöneberg lagen uns im Juli 489 auswertbare Inserate vor, inzwischen sind es 837 — der Median über alle Inserate ist dabei um mehrere Tausend Euro gefallen. Je kleiner der Bezirk, desto stärker schlägt jedes neu erfasste Projekt durch. Lies die Tabelle als Größenordnung, nicht als Kurs.
Übrigens: In deinem Wohnticker-Suchprofil filterst du genau auf diese Bezirke — wer nur Spandau und Reinickendorf sucht, bekommt auch nur Spandau und Reinickendorf.
Wo du in Berlin suchst — und warum die Reihenfolge zählt
Das Portal-Inserat ist bei Makler-Objekten typischerweise die letzte Station der Vermarktung, nicht die erste: Es kostet den Makler Geld pro Objekt und Laufzeit. Verkauft sich das Objekt vorher über seine Vormerkliste oder die eigene Website, spart er sich die Gebühr.
Für Berlin ist das besonders relevant, weil der Markt schnell ist: Wir beobachten 254 Makler-Websites, auf denen Berliner Kauf-Objekte stehen — Berliner Büros, Makler aus dem Umland und überregionale Ketten. Die Mechanik dahinter erklären wir unter Wo veröffentlichen Makler ihre Immobilien zuerst? — welche Kanäle es daneben gibt, im Vergleich Immobilien kaufen ohne Portal. Was vor dem Portal passiert, zeigt der Ratgeber Off-Market-Immobilien finden.
Provisionsfrei kaufen in Berlin: die realistische Einordnung
Rund 5 % der von Wohnticker erfassten Berliner Kauf-Inserate weisen sich ausdrücklich als provisionsfrei oder courtagefrei aus.
Untergrenze: gezählt werden nur Inserate, die es explizit ausschreiben. Stand 25.08.2026.
Beim Kauf ist die Provision der Regelfall, nicht die Ausnahme — anders als bei der Vermietung, wo das Bestellerprinzip sie meist beim Vermieter lässt. Seit Ende 2020 gilt bei Wohnungen und Einfamilienhäusern immerhin die Teilungspflicht: Beauftragt der Verkäufer den Makler, darf er höchstens die Hälfte auf dich abwälzen (§§ 656a ff. BGB).
Wer die Suche auf die 5 % provisionsfreien Objekte verengt, schneidet sich von 95 % des Marktes ab — und spart selten Geld, weil der Kaufpreis ohnehin verhandelt wird. Der ergiebigere Hebel ist, früher am Objekt zu sein: Weniger Mitbewerber verschaffen dir mehr Verhandlungsspielraum als der Provisionsfilter je einspart. Genau diesen Zeitvorteil liefert die Beobachtung der Makler-Websites: Wohnticker meldet neue Berliner Kauf-Objekte, sobald sie dort auftauchen.
Ganz ohne Makler — also von privat — ist der Kaufmarkt in Berlin noch kleiner; was dort realistisch geht, steht im Ratgeber Immobilien von privat kaufen.
Berliner Besonderheiten: Milieuschutz und vermietete Wohnungen
In vielen Berliner Innenstadtlagen gelten Milieuschutzgebiete (soziale Erhaltungsgebiete). Dort können die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und bestimmte Modernisierungen genehmigungspflichtig sein. Prüfe deshalb vor dem Kauf beim zuständigen Bezirksamt, ob das Objekt in einem solchen Gebiet liegt — das kann Pläne wie eine spätere Aufteilung oder umfangreiche Sanierung betreffen. Kaufst du eine bereits vermietete Wohnung, solltest du zusätzlich die Kündigungssperrfristen kennen; was dabei gilt und worauf du achten musst, steht im Ratgeber Vermietete Wohnung kaufen.
Schneller sein als die anderen Berliner Käufer
254 Makler-Websites von Hand zu beobachten ist über Monate nicht durchzuhalten. Genau dafür gibt es Wohnticker: Wir prüfen sie mehrmals täglich auf neue Kauf-Objekte. Du legst einmal ein Suchprofil an — Bezirke, Objektart, Preisrahmen — und bekommst neue Treffer per E-Mail. Am besten kombinierst du das mit einem Portal-Agenten; wie du den sauber aufsetzt, steht im Ratgeber Immobilien-Suchagent für den Kauf.
Wie Berlin im bundesweiten Vergleich steht, zeigt das Städte-Ranking der Kaufpreise pro m². Falls du (noch) mietest statt kaufst: Wohnung finden in Berlin.
Methodik
- Datenbasis: 15.266 auswertbare Inserate für Eigentumswohnungen und 5.065 für Häuser, erfasst auf 254 Makler-Websites, die Berliner Objekte führen — unabhängig davon, wo der Makler sein Büro hat. Keine amtliche Statistik.
- Quellenverteilung: Die Stichprobe ist breit, aber nicht gleichmäßig — die größte Einzelquelle stellt rund die Hälfte der ausgewerteten Wohnungs-Inserate, auf Bezirksebene sind es 26 bis 34 %. Rechnet man sie vollständig heraus, steigt der Stadt-Median von 5.790 auf 5.862 €/m². Die Größenordnung hängt also nicht an einer einzelnen Quelle.
- Kennzahl: Median aus Angebotspreis ÷ Wohnfläche. Spanne = 25. bis 75. Perzentil.
- Bestand vs. Neubau: Als Neubau zählen Inserate, die Neubau oder Erstbezug ausweisen — stadtweit 8,5 % der Wohnungs-Inserate. Da nicht jedes Objekt das ausschreibt, ist der Neubau-Anteil eine Untergrenze.
- Geo-Ebene: Bezirk. Ortsteile werden nicht ausgewertet — zu wenige Angaben. Bezirke unter 80 auswertbaren Inseraten (Marzahn-Hellersdorf) erscheinen nicht.
- Bereinigung: Mehrfach eingestellte Objekte entdoppelt, unplausible Werte (unter 200 oder über 30.000 €/m²) ausgeschlossen.
- Angebot, nicht Abschluss: geforderte Preise, keine beurkundeten. Für beurkundete Kaufpreise ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin die richtige Quelle — dessen Zahlen sind dafür älter.
- Stand: 25.08.2026.
FAQ: Wohnung kaufen in Berlin
Was kostet eine Eigentumswohnung in Berlin pro m²?
Der Median der Angebots-Kaufpreise liegt in Berlin bei 5.790 €/m²; die mittleren 50 % der Inserate liegen zwischen 4.503 und 7.422 €/m². Rechnet man Neubau und Erstbezug heraus, sinkt der Median auf 5.625 €/m². Berlin liegt damit unter Hamburg (6.562 €/m²) und München (8.458 €/m²), aber rund ein Fünftel über Köln (4.851 €/m²). Ausgewertet aus 15.266 Inseraten auf Makler-Websites, Stand 25. August 2026.
Welcher Berliner Bezirk ist am günstigsten?
Gemessen an Bestandswohnungen ist Spandau mit 3.789 €/m² der günstigste Berliner Bezirk, gefolgt von Reinickendorf (4.353 €/m²) und Lichtenberg (4.578 €/m²). Am teuersten ist Friedrichshain-Kreuzberg mit 6.543 €/m². Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bezirk liegt damit Faktor 1,7.
Warum ist Tempelhof-Schöneberg in Statistiken so teuer?
Weil dort besonders viele Neubau-Projekte gleichzeitig vermarktet werden. Rechnet man alle Inserate zusammen, liegt der Median bei 6.339 €/m² — damit ist Tempelhof-Schöneberg Berlins zweitteuerster Bezirk. Zählt man nur Bestandswohnungen, sind es 5.461 €/m², und der Bezirk rutscht auf Rang 5. Der höhere Wert misst also die gerade laufenden Neubau-Projekte, nicht das Preisniveau des Bezirks. Wer eine Bestandswohnung sucht, sollte sich am zweiten Wert orientieren.
Wie viele Wohnungen stehen in Berlin zum Verkauf?
Auf den von Wohnticker beobachteten Makler-Websites mit Berliner Objekten waren zuletzt mindestens 3.302 Eigentumswohnungen und 549 Häuser gleichzeitig ausgeschrieben, bestätigt innerhalb der vergangenen 48 Stunden. Das ist eine belegbare Untergrenze, keine Bestandszahl — der tatsächliche Bestand liegt höher. Wer den laufenden Zugang statt des Bestands sehen will: Wohnticker meldet neue Berliner Kauf-Objekte per E-Mail, sobald sie auf einer der beobachteten Makler-Websites erscheinen.
Haus kaufen in Berlin: Sind Häuser pro m² teurer als Wohnungen?
Nein — in Berlin ist es umgekehrt: Wohnungen liegen bei 5.790 €/m², Häuser bei 4.645 €/m². Häuser sind pro Quadratmeter also rund ein Fünftel günstiger. Das ist typisch für enge Großstadtmärkte: Die inserierte Wohnung steht eher zentral, das inserierte Haus eher am Stadtrand. Gemessen wird also weniger der Gebäudetyp als die Lage.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Berlin?
In Berlin fallen 6 % Grunderwerbsteuer an, dazu rund 1,5–2 % für Notar und Grundbuch. Kommt ein Makler dazu, trägt der Käufer seit Ende 2020 höchstens die Hälfte der Provision — üblich sind dann 3,57 % inkl. MwSt. In Summe solltest du je nach Konstellation mit rund 8–12 % Nebenkosten auf den Kaufpreis rechnen.
Über den Autor
David Jurinka ist Gründer von Wohnticker. Aus der eigenen, zermürbenden Immobiliensuche heraus hat er einen Dienst gebaut, der mehrmals täglich die Websites von über 1.300 Maklern nach neuen Objekten durchsucht — 254 davon führen Berliner Objekte. Die Marktdaten in diesem Artikel stammen aus den dabei erfassten Inseraten. Mehr über Wohnticker.
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