Wohnung kaufen in Berlin
Kaufpreise je Bezirk aus echten Makler-Inseraten — inklusive der Neubau-Korrektur, die sonst niemand ausweist.
Von David Jurinka · Veröffentlicht am 17.07.2026 · Datenstand 17.07.2026
Berlin in Zahlen
- Eigentumswohnungen kosten in Berlin im Median 5.812 €/m² — ohne Neubau 5.614 €/m². Die mittleren 50 % liegen zwischen 4.420 und 7.670 €/m².
- Zwischen den Bezirken liegt fast Faktor 2 — im Bestand gerechnet: Friedrichshain-Kreuzberg 7.212 €/m², Spandau 3.789 €/m².
- Vorsicht bei Tempelhof-Schöneberg: Mit Neubau 9.655 €/m², ohne 7.021 €/m² — der Bezirk sieht nur wegen laufender Projekte wie Berlins teuerster aus.
- Wir beobachten 211 Makler-Websites mit Berliner Objekten. Dort erscheinen neue Objekte oft, bevor sie auf den Portalen landen.
Alle Zahlen sind Angebotspreise aus den von Wohnticker erfassten Makler-Inseraten, Stand 17. Juli 2026 — nicht beurkundete Kaufpreise. Mit 9.021 ausgewerteten Inseraten ist Berlin die größte Stichprobe unserer Auswertung.
Die Marktlage in Berlin
Berlin ist längst kein billiges Pflaster mehr, aber auch keine Spitzenlage: Mit 5.812 €/m² liegt die Stadt unter Hamburg (6.242 €/m²) und weit unter München (8.164 €/m²) — dafür rund ein Viertel über Köln (4.671 €/m²). Häuser kosten in Berlin pro Quadratmeter weniger als Wohnungen (4.784 €/m²), weil das typische inserierte Haus am Stadtrand steht und die typische Wohnung zentral.
So verteilen sich die inserierten Berliner Eigentumswohnungen nach Kaufpreis:
| Preissegment | Anteil der Inserate |
|---|---|
| unter 250.000 € | 19,4 % |
| 250.000 – 500.000 € | 39,4 % |
| 500.000 – 750.000 € | 16,4 % |
| über 750.000 € | 24,8 % |
Bemerkenswert ist die Spreizung an den Rändern: Fast ein Fünftel der Angebote liegt unter 250.000 €, gleichzeitig aber fast ein Viertel über 750.000 €. Berlin bedient beide Enden — deutlich stärker als etwa Köln, wo nur 12,4 % über 750.000 € liegen. Das ist kein Mittelklasse-Markt, sondern zwei Märkte in einer Stadt.
Angebotslage: Auf den von Wohnticker beobachteten Makler-Websites mit Berliner Objekten waren zuletzt mindestens 3.274 Eigentumswohnungen und 509 Häuser gleichzeitig ausgeschrieben — bestätigt innerhalb der vergangenen 48 Stunden.
Aus den von Wohnticker erfassten Makler-Inseraten, Stand 17.07.2026. Belegbare Untergrenze, keine Bestandszahl: Der tatsächliche Bestand liegt höher.
Kaufpreise nach Bezirk — mit und ohne Neubau
Bei Berlin reicht eine einzige Spalte nicht. Der Grund ist ein Effekt, den wir in keiner anderen ausgewerteten Stadt in dieser Stärke sehen: Neubau-Projekte verzerren die Bezirkszahlen. Deshalb weisen wir beides aus — den Median über alle Inserate und den Median nur für Bestandswohnungen. Sortiert nach Bestand:
| Bezirk | Bestand €/m² | Alle Inserate | Neubau-Anteil | Inserate |
|---|---|---|---|---|
| Friedrichshain-Kreuzberg | 7.212 € | 7.706 € | 12 % | 1.062 |
| Tempelhof-Schöneberg | 7.021 € | 9.655 € | 22 % | 489 |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 6.240 € | 6.426 € | 7 % | 1.208 |
| Mitte | 5.793 € | 5.946 € | 6 % | 501 |
| Pankow | 5.723 € | 5.800 € | 6 % | 515 |
| Steglitz-Zehlendorf | 4.874 € | 4.932 € | 7 % | 477 |
| Lichtenberg | 4.612 € | 4.986 € | 24 % | 111 |
| Reinickendorf | 4.433 € | 4.441 € | 3 % | 146 |
| Neukölln | 4.429 € | 4.738 € | 9 % | 279 |
| Treptow-Köpenick | 4.316 € | 4.518 € | 10 % | 296 |
| Spandau | 3.789 € | 3.800 € | 3 % | 160 |
Tempelhof-Schöneberg ist der Extremfall. Über alle Inserate gerechnet käme der Bezirk auf 9.655 €/m² und wäre damit der teuerste Berlins — teurer als Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg. Im Bestand sind es 7.021 €/m². Die Differenz von über 2.600 € entsteht, weil dort gerade auffällig viele Neubau-Projekte gleichzeitig vermarktet werden und jede Einheit einzeln inseriert wird. Die Zahl misst also die laufenden Projekte, nicht den Bezirk.
Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern praktisch relevant: Wer eine Bestandswohnung in Schöneberg sucht und die 9.655 € für das Preisniveau hält, verhandelt gegen ein Gespenst. Umgekehrt gilt: Wenn dich Neubau ausdrücklich interessiert, ist die erste Spalte die für dich passende.
Zwei ehrliche Einschränkungen. Erstens streut es auch innerhalb der Bezirke erheblich — in Friedrichshain-Kreuzberg reicht die mittlere Hälfte von 5.774 bis 9.611 €/m². Ein Bezirkswert sagt dir, in welcher Liga du spielst, nicht was ein konkretes Objekt kostet. Zweitens erkennen wir Neubau anhand der Inseratsangaben; Objekte, die es nicht ausschreiben, zählen bei uns als Bestand. Der ausgewiesene Neubau-Anteil ist damit eine Untergrenze — und die Bestands-Spalte eher noch etwas zu hoch als zu niedrig.
Übrigens: In deinem Wohnticker-Suchprofil filterst du genau auf diese Bezirke — wer nur Spandau und Reinickendorf sucht, bekommt auch nur Spandau und Reinickendorf.
Wo du in Berlin suchst — und warum die Reihenfolge zählt
Das Portal-Inserat ist bei Makler-Objekten typischerweise die letzte Station der Vermarktung, nicht die erste: Es kostet den Makler Geld pro Objekt und Laufzeit. Verkauft sich das Objekt vorher über seine Vormerkliste oder die eigene Website, spart er sich die Gebühr.
Für Berlin ist das besonders relevant, weil der Markt schnell ist: Wir beobachten 211 Makler-Websites, auf denen Berliner Kauf-Objekte stehen — Berliner Büros, Makler aus dem Umland und überregionale Ketten. Die Mechanik dahinter erklären wir unter Wo veröffentlichen Makler ihre Immobilien zuerst? — welche Kanäle es daneben gibt, im Vergleich Immobilien kaufen ohne Portal. Was vor dem Portal passiert, zeigt der Ratgeber Off-Market-Immobilien finden.
Provisionsfrei kaufen in Berlin: die realistische Einordnung
Rund 6 % der von Wohnticker erfassten Berliner Kauf-Inserate weisen sich ausdrücklich als provisionsfrei oder courtagefrei aus.
Untergrenze: gezählt werden nur Inserate, die es explizit ausschreiben. Stand 17.07.2026.
Beim Kauf ist die Provision der Regelfall, nicht die Ausnahme — anders als bei der Vermietung, wo das Bestellerprinzip sie meist beim Vermieter lässt. Seit Ende 2020 gilt bei Wohnungen und Einfamilienhäusern immerhin die Teilungspflicht: Beauftragt der Verkäufer den Makler, darf er höchstens die Hälfte auf dich abwälzen (§§ 656a ff. BGB).
Wer die Suche auf die 6 % provisionsfreien Objekte verengt, schneidet sich von 94 % des Marktes ab — und spart selten Geld, weil der Kaufpreis ohnehin verhandelt wird. Der ergiebigere Hebel ist, früher am Objekt zu sein: Weniger Mitbewerber verschaffen dir mehr Verhandlungsspielraum als der Provisionsfilter je einspart. Genau diesen Zeitvorteil liefert die Beobachtung der Makler-Websites: Wohnticker meldet neue Berliner Kauf-Objekte, sobald sie dort auftauchen.
Ganz ohne Makler — also von privat — ist der Kaufmarkt in Berlin noch kleiner; was dort realistisch geht, steht im Ratgeber Immobilien von privat kaufen.
Berliner Besonderheiten: Milieuschutz und vermietete Wohnungen
In vielen Berliner Innenstadtlagen gelten Milieuschutzgebiete (soziale Erhaltungsgebiete). Dort können die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und bestimmte Modernisierungen genehmigungspflichtig sein. Prüfe deshalb vor dem Kauf beim zuständigen Bezirksamt, ob das Objekt in einem solchen Gebiet liegt — das kann Pläne wie eine spätere Aufteilung oder umfangreiche Sanierung betreffen. Kaufst du eine bereits vermietete Wohnung, solltest du zusätzlich die Kündigungssperrfristen kennen; was dabei gilt und worauf du achten musst, steht im Ratgeber Vermietete Wohnung kaufen.
Schneller sein als die anderen Berliner Käufer
211 Makler-Websites von Hand zu beobachten ist über Monate nicht durchzuhalten. Genau dafür gibt es Wohnticker: Wir prüfen sie mehrmals täglich auf neue Kauf-Objekte. Du legst einmal ein Suchprofil an — Bezirke, Objektart, Preisrahmen — und bekommst neue Treffer per E-Mail. Am besten kombinierst du das mit einem Portal-Agenten; wie du den sauber aufsetzt, steht im Ratgeber Immobilien-Suchagent für den Kauf.
Wie Berlin im bundesweiten Vergleich steht, zeigt das Städte-Ranking der Kaufpreise pro m². Falls du (noch) mietest statt kaufst: Wohnung finden in Berlin.
Methodik
- Datenbasis: 9.021 auswertbare Inserate für Eigentumswohnungen und 2.591 für Häuser, erfasst auf 211 Makler-Websites, die Berliner Objekte führen — unabhängig davon, wo der Makler sein Büro hat. Keine amtliche Statistik.
- Kennzahl: Median aus Angebotspreis ÷ Wohnfläche. Spanne = 25. bis 75. Perzentil.
- Bestand vs. Neubau: Als Neubau zählen Inserate, die Neubau oder Erstbezug ausweisen. Da nicht jedes Objekt das ausschreibt, ist der Neubau-Anteil eine Untergrenze.
- Geo-Ebene: Bezirk. Ortsteile werden nicht ausgewertet — zu wenige Angaben. Bezirke unter 80 auswertbaren Inseraten (Marzahn-Hellersdorf) erscheinen nicht.
- Bereinigung: Mehrfach eingestellte Objekte entdoppelt, unplausible Werte (unter 200 oder über 30.000 €/m²) ausgeschlossen.
- Angebot, nicht Abschluss: geforderte Preise, keine beurkundeten. Für beurkundete Kaufpreise ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin die richtige Quelle — dessen Zahlen sind dafür älter.
- Stand: 17.07.2026.
FAQ: Wohnung kaufen in Berlin
Was kostet eine Eigentumswohnung in Berlin pro m²?
Der Median der Angebots-Kaufpreise liegt bei 5.812 €/m²; die mittleren 50 % der Inserate liegen zwischen 4.420 und 7.670 €/m². Rechnet man Neubau und Erstbezug heraus, sinkt der Median auf 5.614 €/m². Berlin liegt damit unter Hamburg (6.242 €/m²) und München (8.164 €/m²), aber deutlich über Köln (4.671 €/m²). Ausgewertet aus 9.021 Inseraten, Stand Juli 2026.
Welcher Berliner Bezirk ist am günstigsten?
Gemessen an Bestandswohnungen ist Spandau mit 3.789 €/m² der günstigste Bezirk, gefolgt von Treptow-Köpenick (4.316 €/m²) und Neukölln (4.429 €/m²). Am teuersten ist Friedrichshain-Kreuzberg mit 7.212 €/m². Zwischen günstigstem und teuerstem Bezirk liegt fast Faktor 2.
Warum ist Tempelhof-Schöneberg in Statistiken so teuer?
Weil dort besonders viele Neubau-Projekte gleichzeitig vermarktet werden. Über alle Inserate gerechnet liegt der Median bei 9.655 €/m² — der Bezirk wäre Berlins teuerster. Zählt man nur Bestandswohnungen, sind es 7.021 €/m². Der hohe Wert misst also die laufenden Projekte, nicht das Preisniveau des Bezirks. Wer eine Bestandswohnung sucht, sollte sich am zweiten Wert orientieren.
Wie viele Wohnungen stehen in Berlin zum Verkauf?
Auf den von Wohnticker beobachteten Makler-Websites mit Berliner Objekten waren zuletzt mindestens 3.274 Eigentumswohnungen und 509 Häuser gleichzeitig ausgeschrieben, bestätigt innerhalb der vergangenen 48 Stunden. Das ist eine belegbare Untergrenze, keine Bestandszahl — der tatsächliche Bestand liegt höher.
Haus kaufen in Berlin: Sind Häuser pro m² teurer als Wohnungen?
Nein — in Berlin ist es umgekehrt: Wohnungen liegen bei 5.812 €/m², Häuser bei 4.784 €/m². Das ist typisch für enge Großstadtmärkte: Die inserierte Wohnung steht eher zentral, das inserierte Haus eher am Stadtrand. Gemessen wird also weniger der Gebäudetyp als die Lage.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Berlin?
In Berlin fallen 6 % Grunderwerbsteuer an, dazu rund 1,5–2 % für Notar und Grundbuch. Kommt ein Makler dazu, trägt der Käufer seit Ende 2020 höchstens die Hälfte der Provision — üblich sind dann 3,57 % inkl. MwSt. In Summe solltest du je nach Konstellation mit rund 8–12 % Nebenkosten auf den Kaufpreis rechnen.
Über den Autor
David Jurinka ist Gründer von Wohnticker. Aus der eigenen, zermürbenden Immobiliensuche heraus hat er einen Dienst gebaut, der mehrmals täglich die Websites von über 1.100 Maklern nach neuen Objekten durchsucht — 211 davon führen Berliner Objekte. Die Marktdaten in diesem Artikel stammen aus den dabei erfassten Inseraten. Mehr über Wohnticker.
Bereit loszulegen?
Teste Wohnticker 7 Tage kostenlos und überzeuge dich selbst.